Schiffstaufe, Hafenparty und Spendenübergabe – Drei Highlights an einem Wochenende. Nach jahrelanger Arbeit am Schiff und monatelanger Vorbereitung für das Festwochenende war es vom 16. bis 18. Mai 2008 endlich soweit.

Den Startschuss bildete am Freitag die feierliche und traditionelle Schiffstaufe der “Task“ durch die Geschäftsführerin der Stadtwerke Hameln (GWS), Susanne Treptow, die die Sektflasche beim ersten Versuch erfolgreich am Schiffsrumpf zerschellen ließ.

Schiffspatin Susanne Treptow tauft das Schiff auf den Namen “Task” (Foto: © Dewezet / Wal)

Auch der Korken blieb wunschgemäß im Flaschenhals erhalten, denn nach Seemannsbrauch bringt der zerstörte Flaschenhals genauso großes Unglück über das Schiff, wie die Schiffstaufe durch einen männlichen Taufpaten…

Das Holzschild als Erinnerung an die Schiffstaufe

Susanne Treptow als Patin bekam zum Abschluss der Veranstaltung diesen Flaschenhals, zusammen mit einer Widmungsplakette auf einem Wandschild, zur Erinnerung an diese Tradition überreicht.

Sie dankte dem Verein in ihren Grußworten für die Übernahme “eigentlich öffentlicher Aufgaben“, aber auch dafür, weil die Mitglieder des Hafenvereins praktisch ständig vor Ort seien, ein Auge auf den gesamten Hafen hätten und so ein kurzes Bindeglied zu den Stadtwerken seien, die den alten Hafen in den 90er Jahren von der Stadt Hameln übernommen hatten.

Der Name des Hafenverein-Schiffes „Task“, der ja „Aufgabe“ bedeutet, sei Programm, sagte die GWS-Geschäftsführerin weiter und trat als neues Mitglied dem Hafenverein Hameln e.V. bei !

Im Namen der Stadt dankte Bürgermeisterin Ursula Wehrmann mit einer „Überlebensratte von 1284“ dem Hafenverein für sein Engagement, fühlt er sich doch nicht nur für Erhalt des Schutzhafens verantwortlich, sondern auch für die Pflege der Hochwasserschutzdeiche und für den Umweltschutz.

Bürgermeisterin Ursula Wehrmann überreicht die „Überlebensratte“ an den Vorsitzenden Bernhard Mandla.
Im Hintergrund: Ming-Mei Cheng-Engelhardt und Pete Docherty vom Hafenverein. (Foto: © Dewezet / Wal)

Mit der „Task“ habe der Vereine eine wahrhaft schwierige Aufgabe übernommen, indem er ein ehemaliges Binnenschiff zu einem schmucken Hausboot ausgebaut habe. Die Bürgermeisterin: „In unzähligen Arbeitsstunden ist hier etwas entstanden, auf das Sie stolz sein können.“

Und auch dass der Hafen aus seinem Dornröschenschlaf erweckt wurde, waren ihr Dankesworte wert. Immerhin hatten die Mitglieder des Vereins alte Wracks gehoben und entsorgt, Müll gesammelt und Gegenstände vom Grund der Weser geholt.

“I have a dream !“: Martin Luther King hatte im August 1963 einen Traum. Und einen Traum hatten auch die Mitglieder des im August 2002 gegründeten Hamelner Hafenvereins: Sie wollen aus dem historisch wichtigen, aber zum Schandleck verkommenen Schutzhafen wieder etwas Attraktives machen. Lange hat es gedauert, wie Vorsitzender Bernhard Mandla vor einem großen Kreis von Gästen sagte, doch der Hafen konnte erhalten und ein eigenes Vereinsschiff gebaut werden.

Mit viel Liebe eingedeckt: Die Tischdekoration der „Task“ am Ehrentag

Auf dem festlich geschmückten Schiff mit natürlich maritimer Tischdekoration fanden die geladenen Gäste anschließend reichlich Zeit für Gespräche und Besichtigungen.

Die Ehrengäste und die Hafenverein-Mitglieder lauschen den teils launischen Festreden

Der Chefkoch der englischen Offiziersmesse, Pete Docherty, selbst aktives Mitglied im Hafenverein, hatte ein kaltes Buffet mit kleinen Köstlichkeiten zubereitet, die von den Gästen mit Appetit verzehrt wurden.

Ein kleiner Imbiß wurde den Gästen nach der Schiffstaufe gereicht

Dazwischen prangte ein von Vereinsmitglied und Bäcker Günter Schulte selbst entworfenes und gebackenes Steuerrad mit der Aufschrift „Hafenverein“ aus speziellem Brotteig.

Auch Schiffspatin Susanne Treptow stärkt sich nach erfolgreicher „Arbeit“ mit kleinen Köstlichkeiten

Das aufmerksame Messeteam der “Task“ sorgte dafür, dass kein Gast während der Feierlichkeiten „Hunger oder Durst erleiden musste…..“

Das supernette und aufmerksame Messeteam am Festfreitag: Tram Truong (r.) und Andreas Wieland


Weiter Gig es am Samstag…. allerdings  öffnete der Himmel stundenlang seine Schleusen und jagte den Mitgliedern des Hafenvereins damit kalte Angstschauer über den Rücken. Die bange Frage lautete: Kommt bei diesem schlechten Wetter überhaupt ein Gast zur “1. Hamelner Hafenparty” !?

Schnell wurden am Vormittag noch zusätzliche Zelte zum Unterstellen organisiert und aufgebaut. Hierbei wurde der Hafenverein dankenswerterweise von der Marinekameradschaft Hameln e.V. sowie der Fleischerei Höflich aus Hameln tatkräftig mit Material und “Manpower” unterstützt. … und dann begann das stundenlange bange Warten.

Doch allmählich füllte sich die “Task“, auf der Hamelns musikalischer Lokalmatador Bob Dulas zwischenzeitlich seine Instrumente aufgebaut hatte. Dulas hatte zwei Jahre zuvor versprochen, bei der Schiffseröffnung kostenfrei zu spielen. Er zeigte damit seine Verbundenheit zum Hafenverein und löste sein Versprechen mit einem Auftritt der Extraklasse ein. Bereits nach wenigen Liedern und den bekannt kauzigen Kommentaren hatte er Alle auf dem Schiff auf seiner Seite. Grosser Applaus war ihm sicher und die vielen Gäste auf dem inzwischen prall gefüllten Schiff fühlten sich pudelwohl und supergut unterhalten.

Bob Dulas bei seinem tollen Auftritt auf der „Task“

…auch die älteren Herrschaften aus Berlin, die einen Ausflug nach Hameln unternommen hatten, fühlten sich pudelwohl auf dem Heimschiff des Hafenvereins. Einer dieser Herren unterhielt die Gäste in den Pausen sogar mit den Klängen seiner Mundharmonika – tolle Aktion !

Während draußen immer noch Regenschauer vom Himmel prasselten, kamen auch hier die ersten Gäste mit Regenjacke und Schirm. “Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung…“ war der Tenor der vielen Besucher, die sich auf die heimischen Bands freuten, die hier in Kürze aufspielen würden.

…Spaß muß sein ! Schlechtes Wetter gibt es für Marie und Alun nicht…

Zunächst war das die Hamelner Band NavigationSystem, die Raggae vom Feinsten boten und schon einmal für Tanz und gute Stimmung auf dem Aussen-Platz des Hafenvereins sorgten.

Die Hamelner Band „NavigationSystem“ bei ihrem Auftritt

Wer Hunger hatte, für den gab es leckere Hamelner Bratwurst (Fleischerei Höflich) und Pommes Frites an einem Stand, der natürlich von Hafenverein-Mitgliedern bedient wurde.

Dave Brockbank und sein Team sorgten für leckere Bratwurst am Stand…

Den Durst konnte man am Getränkewagen mit frisch gezapftem Bier löschen oder auch mit alkoholfreien Getränken, wobei sogar bis in die Nacht noch frischer Kaffee angesagt war.

Hier halfen nicht nur die Mitglieder des Hafenvereins, sondern auch Freunde aus der Hamelner Traditionsgaststätte “Zur Badewanne“. „Kneipen-Chefin“ Anne Engelhardt-Gray schwang „das Zepter“ hier sogar persönlich und sorgte dafür, dass keine Kehle trocken blieb….

…frisch gezapftes Bier gab es am Getränkewagen…

Nach frischem Raggae spielte anschließend die Hamelner Top-Band “24:SEVEN”, die Musik für jeden Geschmack und jedes Lebensalter im Repertoire hat.

“24:SEVEN“ rockte ab… und begeisterten die Zuhörer.

Trotz toller Live-Musik auf dem Aussengelände, das Wetter war inzwischen gottlob auch besser geworden, war die Stimmung auf dem Heimschiff “Task“ nicht einen Deut schlechter. Hier wurden Stimmungsmusik und Oldies gespielt, es wurde getanzt und das Schiff war auch nach 12 Stunden nicht wirklich leerer geworden.

Tolle Stimmung auf der „Task“

Es fand ein ständiger Wechsel der Gäste zwischen drinnen und draußen statt, weil jeder die jeweils gute Stimmung innen und außen nicht verpassen wollte…. 

Den ganzen Tag hindurch fand noch die grosse Tombola zu Gunsten des heilpädagogischen Kindergartens der Lebenshilfe Hameln statt. Firmen, Banken, Privatleute und der Verein selbst hatten Tombolapreise gestiftet, die es zu gewinnen gab.

Der Tombola-Preistisch anläßlich der Schiffstaufe der “Task” am 17. Mai 2008.
(Leider nicht auf dem Foto: Der Teppich der Firma Vorwerk – er passte leider nicht auf`s Bild…)


Am Morgen des Sonntags trafen sich die Hafenverein-Mitglieder früh zum Aufräumen und den Vorbereitungen zum Gästefrühschoppen.

Um 15:00 Uhr fand dann die Übergabe der Tombolaerlöse zugunsten des Lebenshilfe- Kindergartens statt.
Die Leiterin des Kindergartens, Frau Wittenberg, konnte 660.- € in bar für die Kinder in Empfang nehmen – ein toller Erfolg für Alle – die Sammler wie die Empfänger gleichermaßen….

Nicht nur der Hafenverein mit seiner Tombola, sondern auch die Band „24:SEVEN“ hatten mit einer spontanen Sammlung bei den Besuchern in den Abendstunden des Vortages, für diesen Betrag gesorgt.
Übergeben wurde die Spende von Bandleiter Bernd Herschowsky und Hafenverein- Gründungsmitglied Frank Heckler.

Das Gründungsmitglied des Hafenverein, Frank Heckler (v.r.),
überreichte Beate Wittenberg im Beisein von Bernd Herschowski von der Band „24:Seven“
den Umschlag mit der Spende ( © Foto: Heiko Gropp)


Auch die Deister- und Weserzeitung (DEWEZET) berichtete über die Taufe und das erste Hafenfest des Hamelner Hafenvereins e.V.